"NIE MEHR NETT ZU MÄDCHENAUGEN!"

Selbstaussaat in Maßen ist dem Gärtner oft sehr willkommen, aber Selbstaussaat in Massen wird schnell zur Plage. Diese Erfahrung haben mich 2017 meine - eigentlich über alles geliebten  -  Ringelblumen und Mädchenaugen gelehrt. Stunden harter Arbeit waren notwendig, um einen zwar hüschen, aber nach Ausbreitung  gierenden orange-gelben Urwald  wieder einigermaßen in den Griff zu bekommen.

 

Aus dem "Gartentagebuch 2017":

Die auch heuer wieder in Massen von selbst keimenden Ringelblumen und Mädchenaugen waren noch im Frühsommer problemlose und  fröhliche Farbtupfer und schienen eigentlich eine ideale Kombination zu sein, weil sie sich in der ersten Wachstumsphase gegenseitig stützten. Doch dann wuchsen die Mädchenaugen  - begünstigt durch die hohe Bestandsdichte - wieder lang und dünn dem Himmel zu und ein nächtliches Gewitter knickte trotz der angebrachten Stützschnüre viele von ihnen. Schweren Herzens entschloss ich mich zur "Radikal-Kur". Weil Ringelblumen - im Gegensatz zu Mädchenaugen - recht fest mit ihren Wurzeln in der Erde haften, war dies echte "Knochenarbeit".  Und die dabei ausfallenden Samen sorgten schon nach kurzer Zeit dafür , dass  erneut ein dichter Ringelblumen-Mädchenaugen-Teppich keimte. Also noch einmal "Radikal-Kur"!  Auch unter den zweijährigen Färberpflanzen schien sich inzwischen herumgesprochen zu haben, wie leidenschaftliche Selbstaussaat funktioniert. Färberkamille und Färber-Wau (Reseda) mussten ebenfalls stark dezimiert  und ausgedünnt werden. Dass auch Gemüse eine wahre Augenweide sein kann, bewiesen ein paar Pflanzen " Roter Mangold" . Sie waren 2017 die unbestrittenen Stars  im "Garten der Farben" Ihr weithin leuchtendes Feuerrot wurde von den Besuchern oft bestaunt, fotografiert und sogar skizziert.